Sardinen – der Norden 2008
Ein uraltes Land mit einer uralten Sprache – Sardinien ist ein einzigartiges und faszinierendes Erlebnis. Viele Jahrhunderte hindurch entstand hier an einem wichtigen, zentralen Platz im Mittelmeer eine Vielfalt von Kultur und Geschichte. Immer gegenwärtig stehen die geheimnisvollen Nuraghen in der Landschaft der Insel.
|Anreise
Die Insel ist groß. Daher haben wir uns entschieden mit dem Auto anzureisen. Das hat den Vorteil, dass z.B. Fahrräder mitgenommen werden können. Die Fahrt nach Genua ist aus München in ca. 6 Stunden zu schaffen. Die Gebühren für Maut und Vigniette betragen ca 60,– €.( CH: 25,–€, IT: 35,–€ einfache Strecke).
Die Überfahrt von Genua z.B. nach Porto Torres kostet weitere 230,–€ für das Auto und zwei Personen ohne Kabine. Die brauch man auch für eine Überfahrt von 8 Stunden nicht unbedingt.
Wichtig ist hierbei immer genug zu essen und zu trinken sowie warme Kleidung ggf. Decken mitzunehmen. Die Fährenbetreiber lassen sich auf der Überfahrt Getränke und vor allem Essen gut bezahlen. Das kann man vermeiden wenn man genug dabei hat. Des Weiteren scheint es Tradition zu sein, die Klimaanlage an Bord auf höchstens 17 Grad einzustellen. Warum auch immer. Es ist “Sau” kalt an Bord. Sowohl draußen (Wind) als auch drinnen (Klimaanlage). Wenn die Überfahrt links an Corsica vorbei geht kann die Überfahrt auch schon mal 12 oder 13 Stunden, bei Gegenwind, dauern. Darauf sollte man sich einstellen. Die Info an Bord kann einem darüber Auskunft geben.
|Allgemeines
Sardinien ist teuer. Und das nicht nur in den Bars, wo man für eine Cola zwischen 2,50€ und 3,50€, bezahlt sondern auch in den Supermärkten. Der Kaffee (bei uns ein Espresso) ist allerdings immer sehr billig(zwischen 1€ und 1,50€). Die Gegenstände des täglichen Bedarfs sind ca 30-40% teurer als in Deutschland. Außerdem gibt es nicht besonders viele “Discounter”. Ein Tipp ist es in den kleinen Läden einzukaufen. Das bedeutet viel Rennerei ist aber günstiger und am Ende frischer. Soll heißen Brot in der Bäckerei, Fleisch beim Metzger und Obst an eine der vielen Stände oder auf dem Markt. Das senkt den Preis nicht auf das deutsche “Aldi & Co” Niveau ist aber erschwinglich.
In Bars und Restaurants bezahlt man für gewöhnlich für das Gedeck (Coperto oder Servicio zwischen 1,50€ und 3€). Daher gibt es keine festen -Regeln für das geben von Trinkgeld. Der Keller freut sich aber wenn es gefallen hat.
Briefmarken gibt es an allen Postämtern oder an Tabakverkaufsstellen. Achtung. Bei den Tabakverkaufsstellen sind nicht immer auch Briefmarken für Postkarten ins Ausland zu bekommen. Die gibt es oft nur an den Postämtern. Die Postämter haben von Montag bis Freitag nur Vormittags zwischen 8:30h bis 13:30h auf.
Die Öffnungszeiten von Geschäften variieren gewaltig. Normalerweise haben die Geschäfte von 9:00h bis 12:30h und von6:00h bis 20:00h auf. In den Sommerferien kann es aber auch sein, dass sie gar nicht öffnen. In touristischen Ort haben die Geschäfte dafür oft von Morgens bis spät in die Nacht geöffnet.
Es ist immer ein Kassenbon von dem Geschäft auszuhändigen. Der Grund hierfür ist einfach. Selbt in dem kleinsten Kaff gibt es die Finanz Polizei. Im Umkreis von 100 Metern von dem Geschäft kann es zu Kontrollen kommen und dann sollten man besser einen Kassenbon dabei haben. Was passiert wenn man ihn nicht hat haben wir nicht probiert.
|Wetter & Klima
Das Klima Sardiniens ist mild und warm wegen der Insellage. Man ist nie weit vom Meer entfernt. Der Sommer ist heiß und trocken. Während die Winter feucht und kalt sind. Die Jahresdurchschnittstemperatur liebt bei 17 Grad. Im Winter fallen die Temperaturen auf ca 10 Grad in der Küstenregion, im Landesinneren auch noch tiefer. Im Sommer kann es auch über 30 Grad warm werden. Die Insel wird das ganze Jahr über von Wind aus allen Richtungen gestreift. Es gibt immer wieder vereinzelt Regenschauer und Gewitter, die meist unverhofft und heftig kommen aber auch genau so schnell wieder weg sind. Im Frühsommer und Herbst fällt der meiste Regen auf der Insel.
|Unterkunft
Wir sind in einer der zahlreichen Ferienwohnungn untergekommen. Diese werden meist von Privat an Privat vermietet und durch eine Agentur oder Internet Seite vermittelt. Unsere haben wir unter www.homelidays.com gefunden. Es gibt die Wohnungen und Häuser auf Sardinien natürlich von bis. Aber es sind einfache Behausungen wie unsere für 470,–€ (September) für 2 Personen zu bekommen. Da ist dann alles drinnen. Von der Miete bis zur Endreinigung.
Es gibt aber auch zahlreiche Campinplätze mit ausgezeichneter Lage auf der Insel. Alleine hier in Palau vier Stück die immer alle direkt am Wasser liegen und auch den ein oder anderen Strand als Geheimtipp in sich haben. Als Beispiel sei hier der Campingplatz zwischen Palau und Porto Rafael zu nennen. Hier haben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt der auf dem Bild hier zu sehen ist.
Ein schönes, leckeres Restaurant ist auch auf dem Platz. Aus Platzmangel leider ohne Terrasse. An diesem Tage haben wir uns geschworen den nächsten Urlaub mit einem Wohnmobil zu machen. Wenn man hier sieht wie die Leute residieren kann man nur neidisch werden. Ein Platz direkt an der Sonne wird hier garantiert.
|Porto Cervo
Über diesen Ort gibt es nicht viel zu sagen.
Die Reichen & Schönen haben diesen Ort an der Costa Smeralda für sich erkannt und so ist es aus zu erklären das dieser, eigentlich kleiner Ort, den größten Jachthafen der Insel besitzt. Über 500 Liegeplätze kann dieser vorweisen und den braucht er auch bei der masse an Jachten die hier liegen. Ich Denke allerdings das ein Großteil davon als Inhaber keine Promis in den Papieren stehen, sondern Redereiene, die diese vermieten und verpachten. Eigentlich aber egal, da wir wohl nicht in den Genuss kommen werden. Ich glaube ich könnte aber auch darauf verzichten von Tausenden von Touris am Tag angegafft zu werden. Der Hafen ist nämlich frei zugänglich.
|Porto Rafael
Porto Rafael liegt genau wie Porto Faro direkt in der Nähe von Palau an der Küstenstraße nördlich den Fährhafens. Der kleine Ort kommt einem vor als währe er künstlich entstanden, wie so manch anderer Ort an der Küste Sardiniens. Überall schießen kleine Siedlungen aus dem Boden wo die Regierung den Boden zum bauen freigegeben hat. Wenn man allerdings die lokalen Wohnungs- und Häuserzeitungen durchblickt und den Vorschritt der jeweiligen Bauarbeiten sieht kann man sich nicht vorstellen, dass diese Wohnungen, Appartments und Häuser auch wirklich alle vermietet oder verkauft werden.
Bei Porto Rafael ist es anders. Der Ort ist wirklich natürlich gewachsen und selten schön in die Landschaft integriert. Das Leben in dem kleinen Ort dreht sich um die kleine aber feien Piazza am Ort, die direkt am Meer liegt. Es gibt nur eine Bar/Restaurant am Platz aber das ist gut wenn auch nicht sehr billig. Der Ort ist ein Geheimtipp für die Leute die sich hier ein Haus kauften oder ein für einen Urlaub mieten wollen. Aber bitte genug Personen oder Geld mitbringen.
|Algerho
Die Stadt Algehro ist schon etwas größer und liegt in an der östlichen Seit der Insel im Norden. Hier legen die meisten Boote ab die einen in kurzer Zeit über die Bucht des Porto Conte zur berühmten Grotta di Nettuno bringen. Für 40 ,–€ ist man dabei. Dann ist aber auch eine Fahrt an der Kliffküste von C. Cáccia mit dabei. Der Eintritt in der Grotta solo kostet 10,–€ pro Person. Die Grotta ist nämlich auch mit dem Auto zu erreichen. Dann warten zwar annähernd 700 Stufen auf einen aber man kommt auch zum Ziel. Ist allerdings nichts für Menschen mit Behinderung oder schlechter Ausdauer. Aber es gibt ja auch noch die Boote. Hier geht es mit Hilfe nahezu barrierefrei.
Die Stadt an sich schläft, wie die meisten Städte der Insel, bis 17:00h den Schlaf der Gerechten. Vorher brauch man hier also nicht auftauchen es sei den, man möchte nicht die Stadt und die Geschäfte sehen sondern den langen Strand erkunden. Dieser ist für uns allerdings nicht besonders reizvoll. Er ist gut gepflegt und lang. Es gibt zahlreiche Bars uns Snackbuden sowie Vermietung von allerhand Wassersportgerät und natürlich Liegen und Schirme. Diese aber immer wieder in umzäunten Bereichen. Mehr ein touristisches Mallorca Dejavu als das was man sonst von Stränden der Insel erwarten kann.
Doch nach 17:00h lebt die Altstadt auf. Gassen und Piazzas die noch vor Stunden wie eine Geisterstadt aussahen leben auf und das shopping Herz aller Frauen schlägt höher. An wunderschönen Orten und Plätzen machen Restaurants und Cafes auf um Ihre Gäste unter freiem Himmel zu bedienen. Durch die engen Gassen weht kein Windzug, was das flanieren, gerade nach Sonnenuntergang, zu einem Erlebnis macht. Die Mode Italiens kommt hier natürlich nicht zu kurz. Neben den namenhaften Designieren sind hier auch schöne kleine Läden zu erkunden, die Made nicht für Jedermann haben sondern sehr exklusive Stücke anbieten.
|Palau
Ein für Sardinien mittelgroßer Ort. Man findet mehrere Supermärkte einen zentralen Hafen für Sardinen, da hier die Fähren nach La Maddalena ablegen und genügend Bars & Restaurants um den Tag hier schön zu verbringen.
Der Tag beginnt früh und endet spät in Palau. Dadurch, dass es sich um eine wichtige Hafen Stadt handelt geht das treiben genau so früh los wie die erste Fähre nach La Maddalena ablegt und hört auf wenn die letzte Fähre des Tages fährt.
Geschäftsleute und Touristen pendeln den ganzen Tag mit einer der beiden Fähren. Morgens fängt das Treiben am Hafen de Turistico auch schon früh an indem die Ausflugsgesellschaften und Tauchunternehmen ihre Touren anpreisen. Dies aber nie aufdringlich sondern immer zuvorkommend und freundlich uns ganz wichtig. Nur dann wenn ich auch danach frage oder sehr interessiert wirke. Hier legen auch die Boote ab um schwimm und bade Ausflüge in den National Park “La Maddelena” zu machen.
Direkt gegen über des Hafens liegt die kleine Insel St. Steffan. Der ganz östliche Teil der Insel ist sowohl von der Wasserseite wie auch auf der Landseite gesperrt. Hier regiert das amerikanische Militär.
|Santa Teresa di Gallura
Diese Stadt ist die so ziemlich nördlichste Stadt auf Sardinien. Dem entsprechend windig ist es hier auch. Das ehemalige Fischerdorf ist auf eine Felskante gebaut und dient als Tor zur kleinen Halbinsel Capo Testa. der Ort an sich ist sehr touristisch angehaucht. Selbst wo in anderen Orten über Mittag die Geschäfte zu machen haben hier fast alle Geschäfte auf. Neben den üblichen “Ramschläden” gibt es hier auch einige schöne Schuh- und Kleidergeschäfte. Diese allerdings ausschließlich fürs weibliche Geschlecht. Das gilt auch für die zahlreichen Juweliere, die die Schaufenster voll mit den lokalen meist Roten Schmuckstücken aus Korallen in jeder Preisklasse haben. Die Hauptpiazza wird eingerahmt von kleinen Bars und Cafès. In einer Sietenstraße, die direkt von der Piazza abgeht, befindet sich nach ein paar Metern das Cafè “Monumental”. Hier gibt es für Gäste einen kostenlosen WLAN Anschluß und Highspeed Internet for free.
|Capo Testa
Capo Testa ist eine kleine Halbinsel östlich von Santa Teresa di Galluara. Sie ist nur über kleine Seitenstraßen aus der Stadt oder über ein holperigen, steinigen Weg von der Straße 200, die in den Ort Santa Teresa di Galluara führt, zu erreichen. Dies führt aber nicht zwangsläufig dazu, dass diesen Ort keiner findet.
Auf der Klippe ist ein Leuchtturm mit einer Wetterstation errichtet, der im Jahre 2004 für fast eine halbe Millionen Euro aus EU Geldern saniert wurde.Um den Turm herum ergeben sich Felsformationen, die durch den Wind erschaffen und geprägt wurden. Diese eindrucksvolle Siluette zwischen Meer und Skulpturen aus Stein gilt es auf Jeden Fall zu erkunden. Selbst wenn viel los ist und die Reisebusse kommen gelingen hier eindrucksvolle Bilder. Hierzu die Bilderserie am Ende dieses Absatzes. Um hier zu “krackseln” sollten Wanderschue mit im Gepäck sein. Ab und zu geht es nämlich tief runter!
Auch das Baden ist hier möglich. es gibt zwar keinen wirklichen Strand aber einen Abgang zu einer kleine Molle. An dieser sind zur Hochzeit des römischen Reiches die Schiffe abgefahren die die Hauptstadt mit Granitblöcken versorgt haben. Hier dürfte es ein Fest sein zu Schnorcheln. Aber bitte mit Vorsicht, da hier gefährliche Strömungen herrschen die einen schon zur Zeit der Römer die Boote an den Felsen zerschellen ließen.






|Trekkingbike
Wie schon in der Anreise beschrieben, haben wir unsere Räder mitgenommen um die Insel auch mit dem Rad zu erkunden. Dazu sei gesagt, dass Sardinien sehr bergig ist. Das bringen die meisten Inseln so mit sich aber das macht ja auch oft den Reiz aus.
Selbst wenn man sich an der Küste aufhält stehen einem einige steile Anstiege bevor. Es sollte also nie an zutrinken fehlen. Es muss sich ja nicht Jeder auf den 1076 Meter hohen “Monti di Alà” begeben aber ein geübter Fahrer sollte man schon sein. Wir sind es nicht daher begnügen wir uns mit beschaulichen Touren von bis zu 20 Km hin und zurück oder parken das Auto in der Nähe.
|Bootstouren
Es ist Allen wirklich zum empfehlen
das Geld in die Hand zu nehmen um Sardinien und die Archipele auch mal vom Wasser aus zu erobern. Ein weiterer Grund ist, dass man Strände erreicht die man sonst nie erreichen würde.
Wir haben es also gemacht 150,– € ist ein stolzer Preis. Es geht aber auch ein wenig billiger wenn man ein kleineres Boot nehmen würde. Leider war keins mehr da. Also raus mit den Moneten.
Die eindrucksvollen Felsen an den Küsten der Inseln sind wunderschön. Wenn man dann noch das Glück hat blauen Himmel zu haben entsteht zusammen mit dem Türkisen Wasser ein Eindruck den man von der Karibik erwartet aber nicht direkt am Mittelmeer.
Wir haben uns von Palau aus auf den Weg gemacht und sind gehen Norden gefahren. Die gesamten Inseln im Norden von Palau liegen unter Naturschutz. Hier muss im Hafen eine Gebühr von 5 € bezahlt werden. Diese 5 € lohnen sich aber. Im Büro des Nationalparks ist sich auf den Vermieter zu berufen. Dann sind es wirklich nur 5 € und nicht 25€ wie einem der Angestellte des Parks weiß machen möchte. Am besten einfach den Mietvertrag vorzeigen.
Wer Türkises glasklares Wasser möchte sollte es mal auf Sardinien suchen. Wir haben unseren Lieblings Strand schon am 3. Tag gefunden. er liegt an der nord östlichen Küste La Caprera und ist wahrscheinlich nur mit dem Boot zu erreichen. Wir haben zumindest auf keiner unserer Karten eine Straße auch nur in der Nähe gefunden. Anbei das Bild auf der linken Seite.
| Fotos & Postkarten
Alle Bilder & Postkarten in diesem Artikel unterliegen natürlich dem Urheberrecht. Wenn aber Bedarf bestehen sollte, stelle ich gerne die Dateien bereit.